ONAIR Acapella

Lichtblick in der acapella Szene – ONAIR zu Gast bei Kultur am See

Die sechs Berliner begeistern mit frischem Stilmix

veröffentlicht in der Schwäbsichen Zeitung vom 7.05.2018, Ausgabe Bad Waldsee – Aulendorf

Rundum zufrieden waren die gut 200 Besucher am Samstagabend, als die international aktive à capella Formation ONAIR nach gut zwei Stunden ihr Konzert beendeten. Mit frischer, noch unverbrauchter Begeisterung stehen die sechs Berliner, Marta, Jennifer, Andre, Patrick, Stefan und Kristofer auf der Bühne und zaubern mit ihren Stimmen ein zeitgenössisches Musikspektrum zwischen sanften Popballaden und mitreißenden Rockklassikern. Selbstgeschriebene Stücke wechseln im Programm mit bekannten und weniger bekannten Coversongs.

„Illuminate“ nennt sich das aktuelle Programm und es rührt von der Faszination der Band für die Möglichkeiten des Lichts, nicht jedoch von dem wortverwandten Roman Illuminati des Dan Brown – obwohl ONAIR für zwei Stücke tatsächlich in weit wallenden Kapuzenmänteln stecken. „Das war eine Verwechslung der Kostümschneiderin“ erklären die Musiker die sakral-mystische Kleidung. Mit ihrer ausgetüftelten Lightshow, bei der auch Taschenlampen für prägnante Effekte eingesetzt werden, verstehen es die Berliner aber sehr gut, das Licht in vielerlei Art zur Unterstreichung des Gesangs zu nutzen. Bereits der Auftakt des Konzerts ist beeindruckend. Die Eigenkomposition „Illuminate“ gefällt mit einem sehr stimmigen und harmonischen Klangbild. Die Moderation zwischen den Liedern ist kurz und knapp, dafür geht es musikalisch Schlag auf Schlag. Da ist das lyrische Liebeslied der 90-er „Sie sieht mich einfach nicht“, genauso wie das beklemmend, zerstörende „Killing in the name“ der amerikanischen Rockband Rage against the machine, das sich mit politischen Themen auseinandersetzt. Für manche Lieder geben die Musiker von ONAIR persönliche Statements. Die gebürtige Polin Marta bekennt sich zur Vielfalt der Menschheit und besingt dies im Stück „Wildflower“. Der Tenor André macht gezielt Werbung für Werte wie Toleranz, Weltoffenheit und Wahrheit. Mit dem Stück „Pretender“ wendet er sich gegen eine Politik mit Fakenews und Populismus. Bekannte Songs wie „Babooshka“ von Kate Bush oder „Stairway to heaven“ von Led Zeppelin werden von den beiden Sopranistinnen Marta und Jennifer neu interpretiert, ohne jedoch die Verbindung zum Original zu verlieren. Gerade bei „Stairway to heaven“ bot Marta zur Freude des Publikums auch eine tolle Luftgitarrenshow. Der Vocal-Percussionist Patrick zeigte bei dem Stück „Locked out of heaven“ von Bruno Mars wie weit die stimmlichen Möglichkeiten bei der Imitation eines Schlagzeugs gehen können. Die Zuschauer waren begeistert! Mit dem gute Laune-Partyhit „Get Lucky“ hatte ONAIR zum Finale nochmals ein klasse Mitklatschstück im Repertoire.

Beiträge

Verfasst von:

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.